Werte und Haltung
Unser Leitbild
Das Berliner Autismus-Zentrum ist eine sich entwickelnde Organisation. Als junger, dynamischer Träger setzen wir uns dafür ein, zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Unterstützungsstrukturen für Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum in Berlin zu gestalten und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Diversitätssensibel und partizipativ begleiten
Unser Ziel ist es, die Selbstorganisation, Autonomie und selbstbestimmte Lebensführung nachhaltig und wirksam zu stärken.
Wir schaffen einen wertschätzenden und verlässlichen Raum für Kinder, Jugendliche und ihre Familien und begleiten sie ressourcenorientiert auf ihrem individuellen Weg. Dabei verstehen wir Vielfalt als Bereicherung und begegnen allen Menschen wertschätzend auf Augenhöhe.
Wir verfolgen einen konsequent personenzentrierten Ansatz, der die Perspektiven, Deutungen und Individualität der begleiteten Menschen in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, ihre Lebensrealitäten verstehend nachzuvollziehen und nicht primär aus einer fachexpert:innenzentrierten Sichtweise zu interpretieren und gestalten. Diese Grundhaltung bildet die Basis unseres professionellen Handelns und ermöglicht eine partizipative und reflexive Gestaltung von Unterstützungsprozessen.
Wir verstehen Autismus und Behinderung nicht als Defizit, das „geheilt“ werden muss, sondern als Teil der menschlichen Neurodiversität und Seins. Unsere Begleitung ist diversitätssensibel: Wir achten die individuellen Biografien, geschlechtlichen Identitäten und kulturellen Hintergründe der Menschen, die zu uns kommen. Partizipation ist dabei unsere Grundlage – bei uns wird nicht über Menschen entschieden, sondern mit ihnen. Wir schaffen Räume, in denen Selbstwirksamkeit wächst.
Menschenrechte und Demokratie
Das Berliner Autismus-Zentrum orientiert sein Handeln an den Prinzipien der universellen Menschenrechte und den Grundwerten einer gleichberechtigten Gesellschaft. Die angebotenen Leistungen zielen darauf ab, ein inklusives, partizipatives, solidarisches und diskriminierungssensibles Zusammenleben zu fördern.
Weltoffenheit, Pluralität, Teilhabe sowie eine Kultur der Akzeptanz und Anerkennung bilden die leitenden handlungsorientierenden Prinzipien unserer Arbeit. Diese bilden die Grundlage für eine fachlich fundierte, an den Leistungsberechtigten orientierte und reflexive Gestaltung unserer Unterstützungsangebote.
Ziel ist es, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und Differenz als konstitutiven Bestandteil sozialer Wirklichkeit anzuerkennen. Dabei verbinden wir die Anerkennung von Vielfalt mit der Förderung von Gemeinsamkeit im Sinne eines inklusiven gesellschaftlichen Miteinanders.
„Demokratie ist nicht nur eine Form des Staates, sie ist eine Art des Zusammenlebens, der gemeinsamen Erfahrung und Kommunikation.“
— John Dewey
Das Berliner Autismus-Zentrum gründet sein Handeln auf den universellen Menschenrechten und dem Ideal einer inklusiven, gleichberechtigten Gesellschaft. Unser Ziel ist es, individuelle Entwicklung zu fördern und neurodiverse Unterschiede als Bereicherung anzuerkennen, während wir das Verbindende stärken.
Kommunikation auf Augenhöhe
Wir verstehen Kommunikation als Brücke zur gesellschaftlichen Teilhabe. Da Autismus und Behinderung vielfältige Wege des Austauschs bedeuten, gestalten wir unsere Interaktion barrierefrei und bedürfnisorientiert. Für uns bedeutet das:
- Vielfalt der Ausdrucksform: Wir schätzen und nutzen unterstützte Kommunikation sowie alternative Kommunikationswege, um jedem Kind und Jugendlichen eine Stimme zu geben.
- Klarheit und Transparenz: Wir setzen auf eine eindeutige, reizarme und strukturierte Informationsvermittlung, die Missverständnisse abbaut und Sicherheit schafft.
- Gegenseitiges Verstehen: Nicht nur der autistische Mensch lernt, sich mitzuteilen – wir sehen es als unsere Pflicht, die individuellen Kommunikationsstile unserer Leistungsberechtigt:innen aktiv zu erlernen und zu respektieren.
Nur so kann eine offene, gleichberechtigte gesellschaftliche Vielfalt und echte Mitbestimmung gelebt werden – das ist unser Credo. Eine Haltung der Wertschätzung und des tiefen Respekts vor der individuellen Wahrnehmung und Stimme prägt unser berufliches Selbstverständnis.
Kinderrechte
Unser tägliches Handeln bildet die kompromisslose Achtung der Kinderrechte sowie der Schutz und das Wohlbefinden jedes einzelnen Kindes. Wir begreifen Kinderrechte nicht als bloße Theorie, sondern als universelle, unumstößliche Werte, die keinerlei Relativierung dulden. Unser Ziel ist es, Lebensräume zu schaffen, in denen Kinder ihr Recht auf bestmögliche Förderung, aktive Mitbestimmung und eine gewaltfreie Entfaltung ihrer Persönlichkeit voll ausschöpfen können. Wir übernehmen Verantwortung dafür, dass jedes Kind in seiner Individualität gesehen, geschützt und gestärkt wird.
Inklusive Chancengerechtigkeit und Diversität
Das Berliner Autismus-Zentrum setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen ein und versteht Vielfalt als zentrale Ressource. Unterschiedliche Lebenslagen und Merkmale – wie Alter, Geschlecht, körperliche Voraussetzungen, sexuelle Orientierung, Weltanschauung und sozioökonomische Herkunft – begreifen wir als Chancen für eine respektvolle, inklusive und pluralitätsorientierte Praxis.
Ziel ist es, inklusive Lebensbedingungen zu fördern und den Zugang zu Bildung, Gesundheit und sozialer Teilhabe in unserer Gesellschaft zu sichern. Unsere Arbeit basiert auf einem diversitätssensiblen und lebensweltorientierten Ansatz, der individuelle Lebenslagen berücksichtigt und strukturelle Barrieren abbaut.
Grundlage bildet das Menschenrecht auf partizipative, nachhaltige Bildung sowie auf gesellschaftliche Teilhabe.
Inklusion verstehen wir als kontinuierlichen Prozess, der die Teilhabe aller Menschen stärkt und individuelle Unterschiede wertschätzt.
Lernende Organisation und Qualitätsentwicklung
Das Berliner Autismus-Zentrum versteht sich als lernende Organisation, die ihre Angebote kontinuierlich weiterentwickelt und an fachliche, gesetzliche und gesellschaftliche Anforderungen anpasst. Grundlage bilden die Zielsetzungen des Trägers sowie die Bedarfe und Erwartungen der Leistungsberechtigt:innen.
Die Qualität unserer pädagogischen und therapeutischen Arbeit sichern wir durch verbindliche fachliche Standards und einen systematischen Verbesserungsprozess. Dazu gehören regelmäßige Supervisionen, Fort- und Weiterbildungen sowie interne Arbeits- und Reflexionsformate der Mitarbeitenden. Die Anforderungen der Leistungserbringung werden dabei mit den Kompetenzen und Ressourcen des Teams abgestimmt.
Darüber hinaus werden wir uns aktiv an fachlichen Austausch- und Qualitätsdialogen im Sozialraum beteiligen und werden eng mit relevanten Institutionen, insbesondere auf Landes- und kommunaler Ebene, kooperieren.
Als lernende Organisation reflektieren wir unser Handeln fortlaufend und bleiben offen für neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie – vor allem – für das Feedback der Autismus-Community. Unsere Qualitätsentwicklung ist dynamisch: Wir investieren konsequent in die Weiterbildung unseres Teams und nutzen strukturierte Evaluationsprozesse, um die Wirksamkeit und Ethik unserer therapeutischen und pädagogischen Begleitung stetig zu verbessern.
Darüber hinaus werden wir auf eine enge Kooperation und den aktiven Fachaustausch innerhalb eines Netzwerks aus anderen Autismus-Trägern und Fachstellen setzen.
Diese regelmäßigen Dialog- und Austauschformate sollen es uns ermöglichen, Best-Practice-Ansätze zu teilen, gemeinsame Standards weiterzuentwickeln und eine bestmögliche, fachlich fundierte Unterstützung nach aktuellen evidenzbasierten Standards für Berliner Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien zu gewährleisten und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe in unserer Stadt zu ermöglichen.
Verbindlichkeit und Weiterentwicklung
Dieses Leitbild ist verbindlicher Bestandteil unserer Organisationsentwicklung und dient zugleich der systematischen Prävention von Gewalt. Es ist schriftlich festgelegt, allen Mitarbeitenden bekannt und bildet die Grundlage unseres professionellen Handelns. Wir vertreten eine klare Haltung gegen jede Form von Gewalt – insbesondere sexualisierte, psychische und strukturelle Gewalt. Der Schutz, die Würde und die Rechte der uns anvertrauten Menschen stehen im Zentrum unserer Arbeit. Das Leitbild wird regelmäßig reflektiert und weiterentwickelt und findet verbindlich Anwendung in der täglichen Praxis.
In der praktischen Arbeit spiegelt sich das Leitbild insbesondere durch eine konsequent grenzachtende Haltung, eine klare Orientierung an den individuellen Bedürfnissen und Kommunikationsformen der Kinder und Jugendlichen sowie durch den Einsatz barrierefreier und partizipativer Methoden wider. Die Fachkräfte gestalten die pädagogischen und therapeutischen Prozesse transparent, fördern aktiv die Selbstbestimmung (z. B. durch das Recht auf Ablehnung) und beziehen Rückmeldungen der Leistungsberechtigten systematisch in die Planung und Durchführung ein. Regelmäßige Reflexionsformate, Supervision sowie verbindliche Verhaltensstandards sichern die Umsetzung des Leitbildes im Alltag und tragen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Praxis bei.
Die Überprüfung der Praxisrelevanz unseres Leitbilds erfolgt turnusmäßig alle zwei Jahre.
Im Rahmen der Weiterentwicklung des Schutzkonzeptes ist vorgesehen, die Inhalte partizipativ gemeinsam mit den Leistungsberechtigten, deren Sorgeberechtigten sowie ggf. gesetzlichen Vertretungen zu erarbeiten und fortzuschreiben. Hierzu werden zielgruppengerechte und barrierefreie Beteiligungsformate eingesetzt, wie beispielsweise der Einsatz von Bildkarten und Piktogrammen im Rahmen der Unterstützten Kommunikation, Gefühls- und Befindlichkeits-Checks (z. B. über Smiley-Skalen oder Ampelsysteme) sowie strukturierte Gesprächsformate. Auch die Perspektiven der Sorgeberechtigten werden durch geeignete Austausch- und Rückmeldeformate systematisch einbezogen. Ziel ist es, eine gelebte und verbindliche Schutz- und Beteiligungskultur im Alltag nachhaltig zu verankern.
Dieser partnerschaftliche Dialog stellt sicher, dass unsere Wertebasis stets an den aktuellen Bedürfnissen und Lebensrealitäten der Menschen ausgerichtet bleibt. Die Ergebnisse dieser Überprüfung werden direkt in unsere Qualitätsmanagement-Zyklen einfließen und führen zu konkreten Maßnahmenplanungen, die für alle Teams bindend sind.
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